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Amerikanisch-Samoa
Wer eine Kreuzfahrt mit Halt in Amerikanisch Samoa bucht, gehört zu den Wenigen Touristen Weltweit, die dieses Inselparadis besuchen.

Amerikanisch-Samoa Kreuzfahrten - Häfen

Es gibt Amerikanisch-Samoa und es gibt auch Kreuzfahrten dorthin. Wenn man seinen Globus so dreht, dass man außer an den Rändern nur den Pazifik vor sich sieht, dann liegt Amerikanisch-Samoa irgendwo in dem Viertel links-unten, kleine Kleckse in riesiger blauer Umgebung. Von Australien aus betrachtet liegt Amerikanisch-Samoa im Osten; erst kommt Neukaledonien, weit dahinter die Fidschi-Inseln und dann noch weiter hinein in den großen Pazifik kommt Samoa und dahinter dann Amerikanisch-Samoa. Es ist kein Kreuzfahrt-Ziel das mal eben so an der Strecke liegt. Es sei denn man fährt gerade von Mexiko oder Hawaii Richtung Australien oder umgekehrt. Dann lassen Kreuzfahrtkapitäne ihre Schiffe schon mal im Hafen von Pago Pago halten und die Passagiere können aussteigen und sich eine sehr, sehr weit entfernte Welt anschauen.

57.000 Menschen wohnen in Amerikanisch-Samoa, 90 Prozent von ihnen sind Polynesier, zwei Prozent Weiße, die übrigen kommen aus aller Herren Länder. Staatsoberhaupt all dieser Menschen ist Barack Obama, der Präsident der USA. Dabei gehört Amerikanisch-Samoa nicht einmal als Bundesstaat zu den USA, die Bürger haben zwar die amerikanische Staatsbürgerschaft, dürfen frei in die USA reisen, aktives oder passives Wahlrecht wird ihnen in Amerika aber vorenthalten. Zu Hause haben sie immerhin etwas, was man eine (von den USA) „abhängige repräsentative Demokratie“ nennt, mit einem Gouverneur als Regierungschef. Seit 1929 sind die sieben Inseln „von den USA abhängiges Gebiet“.

Was die Amerikaner damit wollen? Die Hauptstadt Pago Pago auf der Hauptinsel Tutuila hat einen natürlichen Tiefseehafen, genau richtig also für einen Marinestützpunkt im südlichen Pazifik. Im Zweiten Weltkrieg war das sehr nützlich und noch bis 1951 waren die Inseln direkt dem amerikanischen Marineministerium unterstellt. Und heute ? Na ja – man weiß ja nie.

Hübsch anzusehen ist bei einem Landausflug während der Kreuzfahrt der Nationalpark von Amerikanisch-Samoa. Er erstreckt sich über die drei Inseln Tutuila, Ofa und Ta’u. Hier gibt es Korallenriffe mit 900 Fischarten, an denen man toll schnorcheln kann, schöne Sandstrände für ein Bad in der Sonne und üppige Regenwälder mit reichhaltiger Flora. Seltene Tiere wie die Riesenschlange Pazifikboa, der Flughund und viele Seeschildkröten sind hier beheimatet.

Wenn man hier an den Strand geht, etwas abseits in einer verlassenen Bucht, kommt dann vielleicht ein Mädchen vorbei mit nichts bekleidet als einem Höschen und einer Blume im Haar oder ein schlanker Jüngling, muskulös mit einem soeben erlegten großem, noch zappelnden Fisch am Spieß? Gibt es hier diese Szenen wie wir sie von den Südseebildern Paul Gauguins kennen? Leider nicht! Die Amerikaner haben ganze Arbeit geleistet: Die Hälfte der Bevölkerung gehören dem christlichen Kongregationalismus an, 20 Prozent sind Katholiken und 30 Prozent Protestanten – Schluß mit Lustig im Südseeparadies. Die Menschen leben vom Thunfischfang, von Subventionen und dem Tourismus. Und das Leben in der so weit, weit entfernten Welt? Es ist längst amerikanisch, inklusive allem technischen Schnickschnack.

Einen Weltrekord allerdings hält Amerikanisch-Samoa. Die Fußball-Nationalmannschaft verlor 2001 mit 0:31 gegen Australien. Kein anderes Nationalteam hat jemals so hoch verloren.

Eine Kreuzfahrt also nach Amerikanisch-Samoa? Na, wenn man gerade zufällig vorbeikommt und hier hält, dann gibt es nur einen Tipp: Runter vom Schiff, rumlaufen, gucken, Leute beobachten, Natur anschauen – so schnell kommt man ohnehin nicht wieder nach Amerikanisch-Samoa.

Foto: (public licese) commons.wikimedia.org


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