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Meyer Turku

Meyer Turku ist der konkrete Werftstandort im Perno-Gebiet von Turku, an dem große Hochseekreuzfahrtschiffe gebaut werden. Der Betrieb ist nicht mit der MEYER WERFT in Papenburg gleichzusetzen: Beide Namen gehören zur Meyer-Werftgruppe, bezeichnen aber verschiedene Bauorte und eigenständige Werftgeschichten. Für eine Schiffszuschreibung ist deshalb der tatsächlich genannte Standort wichtiger als eine verkürzte Gruppenbezeichnung.

Vom Aura-Ufer zum Standort Perno

Die Schiffbautradition in Turku reicht bis 1737 zurück. Damals begannen Esaias Wechter und Heinrich Remgean am Aura-Ufer mit dem Bau von Holzschiffen. Im 19. Jahrhundert kamen weitere Schiffbaubetriebe hinzu. Die Vulcan-Werft, gegründet 1898, fusionierte mit der Crichton-Werft am gegenüberliegenden Ufer des Aura-Flusses. Wärtsilä übernahm 1936 die vereinigte Werft Crichton-Vulcan sowie die Hietalahti-Werft in Helsinki; der Name Crichton-Vulcan wurde 1965 durch Wärtsilä Turku Shipyard ersetzt. Als die Werft am Aura-Ufer durch Wohnbebauung und ihre alte Lage eingeschränkt war, eröffnete Wärtsilä 1976 eine neue Werft im Stadtteil Perno. Die Produktion am alten Ufer lief noch bis in die 1980er-Jahre weiter. Der heutige große Kreuzfahrtschiffbau ist somit an den Perno-Standort gebunden, nicht an jeden historischen Werftplatz in Turku.

Der Unternehmensname wechselte später erneut: Aus den zusammengeführten Wärtsilä- und Valmet-Schiffbauaktivitäten entstand 1986 ein Gemeinschaftsunternehmen; ab 1989 firmierte es als Masa-Yards. 1991 kam Kvaerner als Miteigentümer hinzu. Nach dem Zusammenschluss von Aker und Kvaerner 2002 folgte 2004 die Firmierung Aker Finnyards. Die Übernahme durch STX im Jahr 2008 führte zur Phase als STX Finland. 2014 wurde der Erwerb der Turku-Werft durch die deutsche Meyer-Familie und den finnischen Staat angekündigt; laut Unternehmenschronik ging die Werft 2015 vollständig in Meyers Eigentum über. Diese historischen Wechsel erklären, warum ältere Schiffsnachweise unter früheren Namen stehen können, ohne dass damit der heutige Baustandort wechselt.

Icon-Klasse und weitere Neubauten

Die Icon of the Seas liefert ein konkretes Beispiel für die Arbeit in Turku. Meyer Turku nennt den Schiffskörper mit der Werftnummer NB 1400 und bestätigt die Ablieferung an Royal Caribbean International im Jahr 2023. Die Werft beschreibt die Icon-Klasse als rund 250.800 BRZ große Kreuzfahrtschiffe für etwa 7.600 Passagiere; als Treibstoff wird Flüssigerdgas (LNG) angegeben. Zur jüngeren Baugeschichte gehören außerdem die 2019 an Costa Crociere abgelieferte Costa Smeralda und die 2021 abgelieferte Costa Toscana. Costa Smeralda war das erste bei Meyer Turku gebaute LNG-Kreuzfahrtschiff.

Bei einem Neubau wie diesem entstehen Entwurf und Schiff als projektspezifische Einheit. Die Reihenfolge von vorgefertigten Sektionen, Montage und Ausdocken erläutert der Beitrag über Schiffssektionen und Werftbau. Die Länge, Breite und Seitenhöhe eines Schiffs geben die räumlichen Abmessungen des jeweiligen Neubaus an.

Werft, Auftraggeber und Schiff

Bei Kreuzfahrtschiffen können Reederei, Werftgruppe und konkrete Werft unterschiedliche Rollen haben. Royal Caribbean International beauftragte den Bau der Icon of the Seas, während Meyer Turku als ausführender Standort genannt wird. Das Unternehmen, das ein Schiff bestellt oder später betreibt, ist daher nicht automatisch mit dem Betrieb am Bauort identisch. Auch Register- und Eigentümerfragen sind davon zu trennen; eine Einordnung bietet der Beitrag zu Schiffseigentümer und eingetragenem Eigentümer.

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