Kreuzfahrthafen
Kreuzfahrthafen Hamburg: Terminals, Landgang und Hafenkultur
Hamburg von der Elbe aus entdecken: Stadtbesuch ab den drei Terminals, Schiffe schauen, Hafentraditionen und die Debatte um Landstrom und Kreuzfahrten.
Hafenkarte Hamburg
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Foto: Mikhail Hnot
In Hamburg beginnt der Hafenbesuch schon auf der Elbe. Von der Nordsee fahren die Kreuzfahrtschiffe den Fluss hinauf bis in die Stadt; selbst hier steigt und fällt das Wasser noch mit Ebbe und Flut. Am Ufer liegen alte Lagerhäuser, moderne Stadtviertel und Aussichtspunkte auf den Schiffsverkehr. Wo Sie an Land gehen, gibt dem Tag seine Richtung: von der HafenCity in die Speicherstadt, von Altona ans Elbufer oder von Steinwerder erst einmal mit dem Bus in die Stadt.
Vom Flughafen oder Hauptbahnhof zum richtigen Terminal
Die S1 verbindet den Flughafen Hamburg etwa alle zehn Minuten mit dem Hauptbahnhof; die Fahrt dauert rund 25 Minuten. Für HafenCity steigen Sie am Hauptbahnhof in die U4 bis Überseequartier um. Taxi- und Transfergäste nutzen dort den ausgewiesenen Kreuzfahrtzugang im zweiten Untergeschoss; die Zufahrt liegt an Osakaallee beziehungsweise Überseeallee. Für Altona wählen Sie die Terminaladresse Van-der-Smissen-Straße 5, für Steinwerder Buchheisterstraße 16.
Mit Koffern lohnt sich die Entscheidung zwischen Nahverkehr und direktem Transfer anhand des tatsächlichen Terminals. Bei Steinwerder gehören der Busfahrplan des Reisetags und der Fußweg ab Argentinienbrücke dazu; in Altona kann die Fähre 62 über Dockland den Weg am Wasser übernehmen. Gebuchte Reedereitransfers haben eigene Treffpunkte. Planen Sie Ihre Ankunft nach Gepäckabgabe und Check-in-Zeitfenster, die Abreise nach Ausschiffung und Gepäckausgabe. Die Flughafeninformationen zum Nahverkehr und die Terminalhinweise helfen bei der Auswahl.
Drei Terminals, drei Ausgangspunkte
Das Cruise Center HafenCity liegt im Westfield Hamburg-Überseequartier. Nach einer Soft-Opening-Phase ging es im September 2025 vollständig in Betrieb. Von hier lässt sich die Speicherstadt zu Fuß besuchen; die U4 verbindet die Station Überseequartier mit Hauptbahnhof und Jungfernstieg. Für einen Stadtbesuch vor oder nach der Reise ist das eine praktische Lage.
In Altona liegt das Cruise Center an der Van-der-Smissen-Straße 5, neben dem Anleger Dockland. Schon seit Juni 2011 werden hier Kreuzfahrtgäste abgefertigt. Die Fähre 62 fährt von den Landungsbrücken Richtung Finkenwerder und hält am Dockland. Vom Terminal in die Stadt nehmen Sie die Gegenrichtung. Damit wird auch der Weg zu den Landungsbrücken zu einer Fahrt auf dem Wasser; Abfahrts- und Wartezeiten gehören natürlich dazu.
Steinwerder, eröffnet am 9. Juni 2015, liegt tiefer im Hafengebiet an der Buchheisterstraße 16. Vom Terminal sind es rund 450 Meter zur Haltestelle Argentinienbrücke. Die Busverbindung hängt vom Wochentag ab: Die Linie 256 verbindet das Terminal am Wochenende direkt mit Elbbrücken; an Werktagen ist die Haltestelle Argentinienbrücke für die Planung wichtig. Die Verkehrshinweise für Steinwerder beschreiben die Verbindungen zum Terminal; Wochentag und Fahrtrichtung gehören zur Anreiseplanung. Mit Gepäck planen Sie auch den Weg vom Bus bis zum Check-in ein.
Alle drei Terminals werden von Cruise Gate Hamburg betrieben. Die Schiffsankünfte von Cruise Gate Hamburg zeigen die vorgesehene Zuordnung; kurzfristige Änderungen sind möglich. Für Check-in, Gepäck und Hilfe an der Gangway halten Sie sich an die Informationen Ihrer Reederei.
Kreuzfahrtsaison 2010
Für 2010 weist Hamburg 104 Kreuzfahrtschiffsanläufe aus. Hamburg Cruise Net führt für dasselbe Jahr 245.761 Kreuzfahrtpassagiere auf.
Ein Stück Hamburg entdecken
Speicherstadt und HafenCity liegen nah beieinander und erzählen doch von ganz unterschiedlichen Zeiten. Auf der einen Seite steht das historische Lagerhausviertel, das zum UNESCO-Welterbe gehört, auf der anderen das neu entwickelte Stadtquartier. Unser Vorschlag ab HafenCity: Verbinden Sie beide mit einem Spaziergang und nehmen Sie bei mehr Zeit die Elbphilharmonie hinzu. Für deren öffentlich zugängliche Plaza gelten eigene Zugangsbedingungen. Ein Konzertbesuch ist noch einmal ein anderes Vorhaben. Möchten Sie ins Miniatur Wunderland, buchen Sie am besten vorab ein passendes Einlassfenster.
Ab Altona darf der Tag ruhig am Elbufer bleiben. Der Altonaer Balkon eröffnet einen erhöhten Blick auf Hafen und Köhlbrandbrücke; anschließend können Sie mit der Fähre zu den Landungsbrücken wechseln. Wer in Steinwerder ankommt, plant zunächst die Fahrt aus dem Hafengebiet und wählt dann einen Schwerpunkt: Landungsbrücken oder HafenCity mit Speicherstadt. Gerade bei einem kurzen Stopp ist ein entspannter Rundgang schöner als ein Wettlauf zwischen mehreren Stadtteilen.
Kalkulieren Sie nicht zu knapp! Von der Liegezeit gehen auch Ausschiffung, Wege, Wartezeiten und der Rückweg bis zur Gangway ab. Dauert der Einlass länger oder fährt eine Verbindung vor Ihrer Nase weg, lassen Sie lieber ein Stadtziel aus.
Historischer Freihafen Hamburg
Ein Freihafen war ein abgegrenztes Gebiet, in dem für Waren andere zollrechtliche Regeln als im übrigen Zollgebiet galten. Das bedeutete nicht, dass dort überhaupt kein Zoll galt: Waren und ihre Bewegungen wurden in einem besonderen System behandelt.
Freihafen und Speicherstadt
Im Zuge des Zollanschlusses an das Deutsche Reich im 19. Jahrhundert blieb ein großer Teil des Hamburger Hafens als Freihafen Zollausland. Waren konnten nun nicht mehr zollfrei im Stadtgebiet gelagert werden; die Speicherstadt entstand als Ausgleichsfläche für Lagerung und Handel. Der Freihafen prägte damit sowohl Zollverfahren als auch die räumliche Entwicklung des Hafens.
Vom Freihafen zum heutigen Seezollhafen
Auch der Hafen selbst hat sich verändert. Die drei heutigen Terminals stehen für mehrere Ausbauphasen, und der frühere Freihafen wurde zum 1. Januar 2013 aufgehoben. Die Bezeichnung lebt in der Hafengeschichte weiter, beschreibt aber nicht den heutigen zollrechtlichen Status des Kreuzfahrthafens.
Schiffe schauen an der Elbe
An der Promenade bei den St. Pauli-Landungsbrücken gehört der Hafenverkehr zum Stadtbild. Für Kreuzfahrtschiffe ist der Standort allerdings nicht immer richtig: Schiffe nach Steinwerder biegen vorher ab. Ein Blick auf den Schiffsweg hilft also bei der Platzwahl.
Vom Altonaer Balkon, dem Park an der Klopstockstraße, sehen Sie Hafen und Köhlbrandbrücke aus erhöhter Perspektive. Vom Altonaer Terminal führt der Weg dafür hinauf. Weiter elbabwärts liegt Willkomm-Höft am Schulauer Fährhaus in Wedel. Dort lassen sich Seeschiffe auf ihrer Elbpassage beobachten. Die Terrasse gehört zur Gastronomie; Besuchsbedingungen und Anreise sollten Sie gesondert einplanen. Wedel ist ein eigenes Ziel und kein kurzer Abstecher vom Innenstadtbummel.
Die Zeit am Aussichtspunkt ist nicht dieselbe wie die Ankunft am Terminal. Bleiben Sie auf zugänglichen Wegen und beachten Sie Sperrungen sowie Hochwasserwarnungen.
Strom vom Land statt laufender Generatoren
Auch ein liegendes Kreuzfahrtschiff braucht Strom für sein Bordnetz. In Hamburg können dafür an allen drei dauerhaften Terminals Landstromanschlüsse genutzt werden, Stand März 2026. Ist ein Schiff entsprechend ausgerüstet und angeschlossen, können die Hilfsdiesel ausbleiben, die sonst diesen Strom erzeugen würden. Dabei geht es um die Versorgung des Bordnetzes, nicht um eine Ladestation für Antriebsbatterien.
2025 wurden 71 Prozent der landstromfähigen Anläufe versorgt. Entscheidend ist also nicht nur, dass ein Anschluss am Kai steht: Das Schiff muss technisch dazu passen und ihn während des Aufenthalts auch nutzen. Andere Geräusch- und Emissionsquellen an Bord können weiterbestehen.
Das Thema gehört zu einer größeren Debatte über Kreuzfahrten in Hamburg. Im September 2025 gab es Protestaktionen an den Messehallen zur Seatrade Europe. Extinction Rebellion protestierte gegen die Cruise Days und den Einsatz von LNG in der Schifffahrt. Der NABU kritisierte die Umweltbelastung der Branche, erkannte zugleich aber die Fortschritte bei der Hamburger Landstromnutzung an. Weniger laufende Generatoren helfen am Liegeplatz; die Emissionen der übrigen Reise verschwinden damit nicht. Geruch und Lärm hängen außerdem vom Standort und vom jeweiligen Hafenbetrieb ab.
Hafengeburtstag und Schiffsbegrüßung
Wenn Hamburg seinen Hafengeburtstag feiert, gehören Ein- und Auslaufparaden zu einem breiten maritimen Programm. Für die Ausgabe vom 8. bis 10. Mai 2026 waren beispielsweise sieben Kreuzfahrtschiffe einschließlich eines Flusskreuzfahrtschiffs angekündigt. Die Hamburg Cruise Days sind eine andere Veranstaltung: Dort stehen die Kreuzfahrtschiffe selbst stärker im Mittelpunkt. Welche Schiffe teilnehmen, wechselt von Ausgabe zu Ausgabe.
Eine eigene Tradition pflegt Willkomm-Höft in Wedel. Bei der Schiffsbegrüßung wird die Flagge gedippt, eine Nationalhymne erklingt und ein Grußwort begleitet die Passage. Dieses Ritual ist etwas anderes als eine Schiffsglocke oder ein nautisches Hornsignal. Ein Horn ist deshalb nicht automatisch bei jedem Ein- oder Auslaufen im Hamburger Hafen zu hören.
Unser Tipp für Veranstaltungstage: Suchen Sie sich einen Programmpunkt aus, der gut in Ihre Liegezeit passt, und berücksichtigen Sie die aktuellen Verkehrshinweise. Zwischen Parade, Stadtbesuch und Rückfahrt ist der Tag schnell gefüllt.
Ab Hamburg nach Norwegen
Hamburg ist für viele Reisen nicht nur ein Besuchshafen, sondern der Ort, an dem sie beginnen und enden. Diese Rolle wird auch als Homeport oder Basishafen bezeichnet; der amtliche Registerhafen eines Schiffes kann woanders liegen.
Ein Beispiel ist Hurtigrutens Nordkap-Linie. Sie führt von Hamburg entlang der norwegischen Küste bis zum Nordkap und wieder zurück. Nach dem Programmstand von Oktober 2026 fährt MS Finnmarken die Linie ganzjährig; seit September 2026 gehört MS Midnatsol zum Winterprogramm ab Hamburg. Welches Schiff fährt, richtet sich nach dem gebuchten Termin. Wer ältere Reisebeschreibungen liest, begegnet der Finnmarken möglicherweise unter einem anderen Namen: Von 2021 bis 2025 hieß sie MS Otto Sverdrup.
Auf Elbe und Havel nach Berlin
Auch Flussreisen beginnen in Hamburg. MS SANS SOUCI fährt bei Plantours vom 18. bis 25. September 2027 die Reise „Port city meets capital“: von Hamburg über Lauenburg, Wittenberge, Havelberg, Rathenow, Brandenburg und Potsdam nach Berlin-Tegel. Hamburg ist auf dieser veröffentlichten Reise der Einschiffungshafen. Die Elbe-Flussreisen bieten einen Einstieg in das Revier.
Für eine Flusseinschiffung übernehmen Sie die genaue Anlegeradresse aus den Reiseunterlagen. Ab Hauptbahnhof bringt ein Taxi oder gebuchter Transfer Sie mit dem Gepäck dorthin; nehmen Sie Anlegername und Abfertigungszeit mit. Bei der Weiterreise ab Berlin zählen entsprechend der Ankunftsanleger und die Gepäckausgabe.