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Wissensportal · Lexikon und Grundlagen

Landstromversorgung von Kreuzfahrtschiffen

Landstrom versorgt ein Schiff am Liegeplatz von der Landseite aus mit Elektrizität. Statt den benötigten Bordstrom ausschließlich mit schiffseigenen Generatoren zu erzeugen, verbindet sich das Schiff über Kabel und eine Anschlussanlage mit dem Hafennetz. Der Strom fließt dann in das elektrische Verteilungssystem an Bord zu den jeweiligen Verbrauchern.

Anlage an Land und an Bord

Eine Hochspannungsanlage im Hafen umfasst typischerweise eine Netzanbindung, Schalt- und Anschlusstechnik sowie Kabel und Steckverbinder. An Bord sind unter anderem passende Anschluss- und Verteilungssysteme nötig; je nach Anlage können Transformatoren oder Frequenzumrichter Spannung beziehungsweise Frequenz anpassen. Hafen und Schiff müssen technisch zusammenpassen.

Der Anschluss am Kai allein belegt deshalb noch nicht, dass ein bestimmtes Schiff Landstrom nutzen kann. Es braucht sowohl eine geeignete Hafenanlage als auch ein dafür ausgerüstetes Schiff und einen tatsächlichen Anschluss. Der IMO-Leitfaden weist darauf hin, dass Infrastruktur oder Betriebsbedingungen nicht in jedem Fall eine vollständige Anschlussfähigkeit ermöglichen und ein Schiff möglicherweise nicht für Landstrom vorbereitet ist.

Was Landstrom ersetzt

Während des Liegeaufenthalts kann Landstrom die Bordstromerzeugung für den Hotel- und Hilfsbetrieb ersetzen. Das bedeutet nicht, dass die Anlage den Schiffsantrieb versorgt: Beim Liegen wird keine Vortriebsleistung benötigt; der Strom deckt andere elektrische Bedarfe an Bord. Welche Verbraucher angeschlossen werden, hängt von der Schiffsinstallation ab.

Nutzung und Wirkung

Ob Landstrom tatsächlich eingesetzt wird, hängt unter anderem von Anschlussfähigkeit, Verfügbarkeit, Betriebsablauf und Strombedarf ab. Die mögliche Wirkung auf lokale Abgase oder Geräusche am Liegeplatz unterscheidet sich vom Klimafußabdruck des erzeugten Stroms: Auch die Energiequelle des Hafennetzes spielt für die Gesamtbilanz eine Rolle.

Bei einer konkreten Hafenanlaufstelle sollten daher drei Fragen getrennt beantwortet werden: Gibt es dort einen passenden Anschluss? Kann das betreffende Schiff ihn nutzen? Wird die Anlage bei diesem Aufenthalt tatsächlich verwendet?

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