SCHIFFSPORTRÄT
Kapitan Khlebnikov
Quark Expeditions Expeditionsschiffe
Kapitan Khlebnikov: 1981 für die Sowjetunion abgelieferter Polar-Eisbrecher, der 2007/08 und 2008/09 zur Antarktisflotte von Quark Expeditions gehörte.
Geschichte
Die Kapitan Khlebnikov ist ein 1981 in Helsinki für die Sowjetunion gebauter Polar-Eisbrecher. Die Werft führte das Schiff als Baunummer 430; die zeitlich nahe Kapitan Dranitsyn war ein anderer Neubau mit der Baunummer 429 aus dem Jahr 1980. Die IMO-Nummer der Khlebnikov lautet 7824417. Der Rumpf entstand für Einsätze im starken Meereis, bevor das Schiff später auch für Passagierreisen in Polarregionen umgebaut wurde.
1990 wurde die Khlebnikov zu einem Passagier-Expeditionsschiff umgerüstet. Quark Expeditions nahm sie 1992 in seine Flotte auf; bis 2012 diente sie dort als Flaggschiff-Eisbrecher. Für die Saison 2015/16 kündigte Quark ihre Rückkehr zu Reisen in die Arktis an. Zur damaligen Ausstattung gehörten 51 Kabinen, Speisesaal, Lounge und Bar sowie ein beheiztes Hallenbecken, eine Sauna, ein Vortragssaal und ein Polar-Shop. Zwei Bordhubschrauber erweiterten die Möglichkeiten für Ausflüge und Luftbeobachtungen in den entlegenen Polarregionen.
Zu den bekannt gewordenen Expeditionen zählt die Fahrt von 1996 bis 78 Grad südlicher Breite. Später in derselben Saison umrundete die Khlebnikov als erstes Schiff mit Passagieren die Antarktis. Während ihrer Quark-Zeit brachte sie außerdem frühe kommerzielle Passagiere in die Trockentäler der Rossmeer-Region. In den Antarktis-Saisons 2007/08 und 2008/09 wurde die Kapitan Khlebnikov in der Flottenliste des Antarktisvertragssystems bei Quark Expeditions aufgeführt.
Als Eisbrecher half die Kapitan Khlebnikov außerdem bei der Rückführung der Alexander Deey nach Vanino.
Eisbrechereinsatz in der Antarktis
Im Dezember 2021 unterstützte die Khlebnikov die Versorgung der russischen Forschungsstation Wostok im Inneren der Antarktis. Drei Schiffe lieferten einen neuen Winterkomplex mit einem Gewicht von fast 7.000 Tonnen sowie Treibstoff. Die Khlebnikov brach einen Eiskanal bis zum Eisliegeplatz und sicherte nacheinander die Anfahrt der Frachter und deren Rückkehr ins offene Wasser. An Bord des Eisbrechers befanden sich außerdem 114 Personen.
Der Einsatz war anspruchsvoll: Laut Rosmorport lagen die Eisbedingungen über den Auslegungsgrenzen des Eisbrechers; zusätzlich erschwerten nahe Eisberge, wechselndes Wetter und die technischen Möglichkeiten der begleiteten Schiffe die Arbeit. Nach dem Versorgungsauftrag trat das Schiff die Rückfahrt zu seinem Heimathafen Wladiwostok an.