SCHIFFSPORTRÄT
Spitsbergen
Hurtigruten Expeditionsschiffe
Die Geschichte der Spitsbergen: vom geplanten Azoren-Fährschiff über den Hurtigruten-Liniendienst zum Expeditionsschiff.
Geschichte der Spitsbergen
Die heutige Spitsbergen entstand aus einem ganz anderen Vorhaben als einem Expeditionsschiff. 2009 wurde sie in Viana do Castelo in Portugal als Atlântida gebaut. Vorgesehen war eine Fähre zwischen den Inseln der Azoren. Die geplante Nutzung als Azorenfähre wurde nicht verwirklicht. Hurtigruten kaufte es 2015 und nannte es Norway Explorer. Damit begann der Umbau zu einem Passagierschiff für längere Reisen.
Nach der Überführung über Landskrona nach Norwegen wurde das Schiff bei Fosen Yard grundlegend umgebaut. Im Sommer 2016 trat es als Spitsbergen in den Dienst von Hurtigruten Expeditions; am 6. Juli wurde es in Svolvær auf den Lofoten getauft. Zunächst fuhr es entlang der norwegischen Küste, bevor es ab 2017 für Expeditionsreisen eingesetzt wurde. Der Wechsel von der geplanten Azorenfähre zum Expeditionsschiff prägte auch den Umbau: Die vorhandene Plattform erhielt eine neue Nutzung, statt für den ursprünglichen Fährplan in Betrieb zu gehen. Heute wird das Schiff von HX als Expeditionsschiff geführt.
Ein kleines Schiff für Expeditionen
Beim Umbau 2016 wurde die Spitsbergen für ihre Expeditionsaufgabe hergerichtet; 2025 folgte eine umfassende Modernisierung. HX gibt eine Kapazität von 150 Gästen an. Die vergleichsweise geringe Gästezahl und die Manövrierfähigkeit sollen den Zugang zu abgelegenen Anlandestellen und schmalen Fjorden erleichtern. Das Schiff ist damit nicht nur Unterkunft und Transportmittel: Es dient als Ausgangspunkt für Landgänge, Beobachtungen und die Beschäftigung mit den besuchten Regionen.
An Bord begleitet ein Expeditionsteam aus Naturkundlern, Historikern und Guides die Reisen. Es führt Anlandungen, bietet Vorträge und vermittelt Hintergründe zu den jeweiligen Gebieten. Im Science Centre treffen Gäste und Team für Vorträge, Workshops und die Beschäftigung mit den besuchten Regionen zusammen. Große Fenster, offene Decks und ein Beobachtungsbereich richten den Blick auf die Landschaft, auch zwischen den Landgängen. Zur Ausstattung gehören außerdem Explorer Lounge & Bar, Fitnessraum, Sauna und zwei Außenwhirlpools.
Die Mahlzeiten werden in Aune serviert; die Hauptmahlzeiten sind laut HX im Reisepreis enthalten. Das Bistro Brygga ergänzt das Angebot seit der Modernisierung von 2025 mit Snacks und kleinen Speisen. Die Ausrichtung an regionalen Zutaten verbindet die Küche mit den besuchten Gegenden, soweit dies möglich ist. Das Bordleben bleibt dabei auf den Expeditionsrhythmus bezogen: Aktivitäten und Vorträge ergänzen die Zeit an Land, statt eine klassische Kreuzfahrt mit großem Unterhaltungsprogramm in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Spitsbergen ist ein Beispiel dafür, wie ein zunächst für den Fährverkehr vorgesehenes Schiff eine zweite Verwendung erhielt. Informationen zu Hurtigrutens Küstenreisen und zur eigenständigen Marke HX bietet das Hurtigruten-Profil. Zur Einordnung von Reisen entlang der norwegischen Küste dient der Überblick über Norwegen, Fjorde und hohen Norden; praktische Hinweise zur Vorbereitung finden sich in den Reisetipps.