Verdrängung und Leerschiffsgewicht
Ein schwimmendes Schiff verdrängt Wasser. Die Verdrängung bezeichnet die Menge des verdrängten Wassers; als Schiffsangabe wird damit die Masse des Schiffs im jeweiligen Beladungszustand beschrieben. Ändert sich die Beladung, ändert sich auch die Verdrängung. Es handelt sich um eine Masseangabe, nicht um die Größe der geschlossenen Räume an Bord.
Verdrängung und Leerschiffsgewicht
Das Leerschiffsgewicht – international meist als lightweight bezeichnet – ist ein definierter Bezugszustand des Schiffs ohne die veränderliche Zuladung. Die Tragfähigkeit als Deadweight (DWT) ist nicht die gesamte Verdrängung: Sie entspricht der Differenz zwischen der Verdrängung im festgelegten Ladezustand und dem Leerschiffsgewicht. DWT beschreibt also, welche zusätzliche Masse zwischen diesen Zuständen liegt.
Beispielhaft: Ein Schiff mit Ladung, Treibstoff, Frischwasser und Vorräten verdrängt mehr Wasser als dasselbe Schiff im Leerschiffszustand. Die Differenz zwischen den Bezugszuständen ist kein zusätzliches Raummaß und keine Angabe über die Innenräume.
Warum GT etwas anderes ist
Gross Tonnage (GT) und Net Tonnage (NT) sind internationale Vermessungsgrößen aus der Tonnage-Konvention. Die IMO beschreibt GT als Funktion des Formvolumens aller geschlossenen Räume; NT wird anhand einer Formel bestimmt, die sich auf das Formvolumen der Laderäume bezieht. Beide werden unabhängig berechnet. GT ist deshalb weder das Gewicht des Schiffs noch die Masse des verdrängten Wassers.
Ein Schiff kann also zugleich eine bestimmte Verdrängung in Tonnen Masse und eine andere GT als dimensionslose Vermessungszahl haben. Die Begriffe beantworten unterschiedliche Fragen: Verdrängung und DWT betreffen Massezustände; GT und NT die vermessenen Räume nach den Regeln der Konvention.