Tiefgang: Abstand zwischen Wasserlinie und Schiffsunterseite
Der Tiefgang (englisch draught oder draft) ist der senkrechte Abstand von der Wasserlinie bis zum tiefsten Punkt des Kiels. Er verändert sich mit Beladung und Betriebszustand: Je tiefer das Schiff einsinkt, desto größer wird der Tiefgang. In der Freibordkonvention wird ein anderer Bezug verwendet, um unter anderem die Seitenhöhe und das zugewiesene Freibord festzulegen.
Tiefgang ist nicht Wassertiefe
Der Tiefgang wird am Schiff gemessen; die Wassertiefe reicht von der Wasseroberfläche bis zum Gewässergrund. Für eine Durchfahrt müssen beide Maße zusammen betrachtet werden: Unterwasserteil des Schiffs und verfügbares Wasser über dem Grund sind verschiedene Größen. Ein Tiefgangswert ist deshalb keine Angabe zur Tiefe eines Hafens.
Tiefgang, Freibord und Seitenhöhe
Der Tiefgang liegt unterhalb, das Freibord oberhalb der Wasserlinie. Nach der Freibordkonvention ist das zugewiesene Freibord der senkrechte Abstand zwischen der Oberkante der Decklinie und der Oberkante der zugehörigen Ladelinie. Die dort definierte Formtiefe (moulded depth) wird dagegen vom oberen Kielrand bis zur Oberkante des Freiborddeckbalkens an der Schiffsseite gemessen. Sie ist ein Konstruktionsmaß und nicht der aktuelle Tiefgang.
Technische Tiefgangswerte können je nach Schiffszustand variieren. Für eine konkrete Durchfahrt zählen der aktuelle Tiefgang, die verfügbare Wassertiefe und die erforderlichen Sicherheitsabstände.