Springtide und Nipptide: wie Mondphasen die Tidenhöhe beeinflussen
Springtide und Nipptide beschreiben Phasen mit vergleichsweise großem oder kleinem Tidenhub – also dem Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Sie sind keine Bezeichnungen für eine einzelne besonders hohe Flut oder eine überall gleiche Wasserhöhe.
Sonne, Mond und Springtide
Bei Neu- und Vollmond stehen Sonne, Erde und Mond annähernd in einer Linie. Die tideerzeugenden Wirkungen von Sonne und Mond verstärken einander: Hochwasser fällt im Mittel höher und Niedrigwasser tiefer aus, sodass der Tidenhub größer ist. Diese Phase heißt Springtide.
Nipptide bei Halbmond
Etwa eine Woche später stehen Sonne und Mond aus Sicht der Erde ungefähr im rechten Winkel. Die solare Wirkung schwächt dann einen Teil der lunaren Tidenwirkung ab. Hoch- und Niedrigwasser liegen näher beieinander; der Tidenhub ist moderater. Diese Phase heißt Nipptide.
Warum der Ort wichtig bleibt
Die Mondphase erklärt den wiederkehrenden astronomischen Rhythmus, aber nicht allein den Wasserstand eines bestimmten Hafens. Küstenform, Wassertiefe, örtliche Gezeitenverhältnisse und Wetter beeinflussen die tatsächlich eintretenden Höhen. Das BSH veröffentlicht Spring- und Nippzeiten sowie örtliche Gezeitentafeln und -kurven. Für einen konkreten Ort sind deshalb die örtlichen Angaben maßgeblich, nicht nur der Mondkalender.