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Shanghai Waigaoqiao und Kreuzfahrtschiffbau

Shanghai Waigaoqiao ist mit der CSSC Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding Co. (SWS) ein konkreter Standort des modernen Kreuzfahrtschiffbaus. Das sichtbarste Beispiel ist die Adora Magic City: SWS unterzeichnete den Bauvertrag im November 2018, entwickelte und baute das Schiff und übergab es nach Erprobungsfahrt am 4. November 2023 in Shanghai. CSSC ist die übergeordnete Schiffbaugruppe; der spätere Betrieb liegt bei Adora Cruises.

Ein Großprojekt mit vielen Schnittstellen

Mit 323,6 Metern Länge und einer Bruttoraumzahl von 135.500 (BRZ) gehört die Adora Magic City zu den großen Hochseeschiffen. Sie bietet bis zu 5.246 Gästen Platz in 2.125 Kabinen. Ihre 16 Decks umfassen laut den Projektangaben rund 40.000 Quadratmeter öffentliche Aufenthalts- und Freizeitflächen. Diese Größenordnungen zeigen, warum der Bau eines Kreuzfahrtschiffs weit mehr als das Zusammenfügen eines Rumpfs ist: Unterkünfte, öffentliche Räume und technische Systeme müssen auf engem Raum in einem betriebsfähigen Gesamtschiff zusammenwirken.

Die Projektberichte nennen 107 Systeme, 55.000 Ausrüstungssätze und 25 Millionen Einzelteile. Hinzu kamen etwa 4.750 Kilometer Kabel, 365 Kilometer Rohrleitungen und 120 Kilometer Luftleitungen. Solche Mengen machen die Koordination von Konstruktion, Fertigung, Einbau und Erprobung zu einem zentralen Teil der Werftarbeit. Für die Adora Magic City arbeitete SWS über fünf Jahre mit 361 Zulieferern erster Ebene und 1.105 unterstützenden Unternehmen zusammen. Mehr als 5.000 Ingenieurinnen, Ingenieure und technische Fachkräfte aus 30 Ländern waren am Bau beteiligt.

Zusammenarbeit bis zur Ablieferung

SWS koordinierte die internationale Zusammenarbeit als Bauwerft und unterzeichnete bei der Ablieferung die Übergabedokumente. Die Berichte führen Arbeiten an Antriebssystem, Kabinenumgebung sowie Schwingungs- und Geräuschverhalten als technische Herausforderungen des Projekts auf. Die Innenraumgestaltung verband östliche und westliche Einflüsse. Kunstwerke zur Seidenstraße und zur maritimen Seidenstraße schmückten zentrale öffentliche Bereiche. Zur Ausstattung gehörte ein Theater mit Platz für bis zu 1.000 Gäste.

Nach der Übergabe bereiteten CSSC Cruise Technology Development und ihre Tochter Adora Cruises den kommerziellen Einsatz vor. Die Jungfernfahrt ab Shanghai Wusongkou war für den 1. Januar 2024 geplant. Damit lässt sich die Rollenfolge am selben Schiff nachvollziehen: Vertrag und Bau bei SWS, Erprobung und Ablieferung in Shanghai, anschließend die Vorbereitung des Kreuzfahrtbetriebs durch die Betreibergesellschaft. Der Überblick Werften im Kreuzfahrtschiffbau ordnet weitere Standorte ein. Wie aus vorgefertigten Baugruppen ein Schiff entsteht, erläutert Schiffssektionen, Werftbau und Ausdocken. Die Unterschiede zwischen Neubau und Umbau erklärt Bauwerft, Reparaturwerft und Refit.

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