Rufzeichen und Callsigns von Schiffen
Ein Schiffs-Callsign – auf Deutsch meist Rufzeichen – dient dazu, die Funkstation eines Schiffs im Funkverkehr zu identifizieren. Es wird nicht mit dem Schiffsnamen gleichgesetzt: Ein Rufzeichen ist für Funkprozeduren bestimmt, während der Name die lesbare Bezeichnung des Schiffs ist.
Drei Kennungen, drei Aufgaben
- Rufzeichen: Kennung, die eine Funkstation im Sprechfunkverkehr nennt. Die US-Regeln verlangen grundsätzlich, dass die Station ihr Rufzeichen zu Beginn und am Ende einer Funkverbindung angibt. In bestimmten VHF- oder Verkehrsregelungsfällen darf der Schiffsname anstelle des Rufzeichens verwendet werden.
- MMSI: neunstellige Funkstationskennung des mobilen Seefunks. In einem terrestrischen DSC-Verfahren kann sie neben Schiffsname oder Rufzeichen zur Identifikation dienen.
- IMO-Schiffsnummer: dauerhafte Nummer zur Identifikation des Schiffs. IMO empfiehlt, sie zusätzlich zum Rufzeichen auf den entsprechenden Schiffsdokumenten zu führen.
Auch im AIS getrennte Angaben
Die IMO führt im AIS-Ratgeber MMSI, Rufzeichen und Schiffsname als separate statische Datenfelder auf; die IMO-Nummer steht ebenfalls als eigenes Feld in der AIS-Information. Das zeigt, dass ein Rufzeichen nicht einfach eine andere Schreibweise der MMSI oder IMO-Nummer ist. Ein Rufzeichen kann sich im Laufe der administrativen Registrierung ändern; die dauerhafte IMO-Nummer erfüllt eine andere Aufgabe.
Welche Kennung bei einer konkreten Meldung oder einem Anruf verwendet wird, hängt vom Funkverfahren und den geltenden Regeln ab. Das Grundprinzip bleibt: Name, Rufzeichen, MMSI und IMO-Nummer sind unterscheidbare Angaben, auch wenn mehrere davon dasselbe Schiff betreffen.