AIS, Radar und Seekarte: unterschiedliche Informationsquellen an Bord
AIS, Radar und Seekarte liefern verschiedene Arten von Information. AIS (Automatic Identification System) kann unter anderem die ausgesendete Position, Identität, Geschwindigkeit und den Kurs über Grund eines ausgerüsteten Schiffs anzeigen. Radar stellt Echos von reflektierenden Objekten dar. Die Seekarte ordnet die Umgebung mit Tiefen, Küstenlinien, Fahrwassern und kartierten Gefahren ein.
AIS: Identität und ausgesendete Daten
AIS kann helfen, ein empfangenes Ziel zu identifizieren und seine gemeldeten Bewegungsdaten einzuordnen. Dafür müssen passende Daten ausgesendet und empfangen werden; übertragene Angaben können außerdem unvollständig oder fehlerhaft sein. AIS ist daher keine vollständige Darstellung aller Fahrzeuge oder Hindernisse in der Umgebung.
Radar: Echos aus der Umgebung
Radar arbeitet nicht mit der freiwillig oder vorgeschrieben ausgesendeten Identität eines Schiffs, sondern mit reflektierten Signalen. Es kann dadurch andere Ziele oder Strukturen erfassen, auch wenn keine AIS-Information empfangen wird. Umgekehrt enthält ein Radarecho nicht automatisch den Namen oder weitere statische Angaben des Ziels.
Seekarte: vermessene Gewässer und Referenz
Eine Seekarte zeigt kartierte Tiefen, Küstenformen, Navigationskanäle und weitere für die Fahrt relevante Merkmale. Sie ist eine geografische Grundlage, aber keine Live-Aufzeichnung eines gerade auftretenden Objekts. Da Küsten- und Meeresgebiete sich verändern, sind Aktualität und amtliche Kartenhinweise wichtig.
Die Systeme ergänzen einander: AIS liefert gemeldete Daten, Radar Echos und die Karte den geografischen Kontext. Die IMO-Kollisionsverhütungsregeln verlangen, alle unter den Umständen geeigneten Mittel zu nutzen; kein einzelnes Gerät ist eine vollständige Lageübersicht.