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Wissensportal · Lexikon und Grundlagen

Klassifikationsgesellschaften und Schiffsklasse

Eine Klassifikationsgesellschaft ist eine technische Organisation, die Regeln für Entwurf, Bau und Instandhaltung von Schiffen aufstellt und überprüft. „In Klasse“ bedeutet, dass das Schiff nach den Regeln der betreffenden Gesellschaft geprüft wurde und die erforderlichen Folgeprüfungen zum Erhalt der Klasse durchläuft. Die konkreten Klassenzeichen und ihr Status sind gesellschaftsspezifisch; ihre Bedeutung ergibt sich aus den Regeln der ausstellenden Gesellschaft.

Technische Klasse ist nicht die Flagge

Die Flaggenverwaltung ist die staatliche Stelle, deren Flagge das Schiff führt und die für die staatlichen Pflichten zuständig bleibt. Sie kann bestimmte Besichtigungen und Prüfungen selbst durch ihre Amtspersonen vornehmen oder an eine von ihr anerkannte Organisation übertragen. Eine Klassifikationsgesellschaft kann in diesem zweiten Zusammenhang als „Recognized Organization“ (RO) tätig sein. Die Befugnis ist nicht pauschal: Sie gilt nur für die Aufgaben, die der betreffende Flaggenstaat dieser Organisation übertragen hat.

Damit bestehen zwei nahe, aber unterschiedliche Ebenen: Die Gesellschaft beurteilt die Einhaltung ihrer technischen Klassenregeln; als RO kann sie zusätzlich bestimmte gesetzliche Prüfungen oder Bescheinigungen im Namen der Flaggenverwaltung durchführen. Die Flaggenverwaltung muss ihre anerkannten Organisationen überwachen und behält ihre staatlichen Pflichten. Ein Klassenzeichen allein beweist daher nicht, dass jede behördliche Genehmigung erteilt wurde oder dass ein Schiff in jeder Hinsicht sicher beziehungsweise für jeden Zweck geeignet ist.

Was ein Klassenstatus aussagt

Der Status ist an ein konkretes Schiff und einen Zeitpunkt gebunden. Er kann sich durch fällige Prüfungen, Änderungen, Einschränkungen, Aussetzungen oder einen Wechsel der Klassifikationsgesellschaft verändern. Aus dem Namen einer Gesellschaft oder einem alten Foto eines Zertifikats lässt sich der aktuelle Status nicht zuverlässig ableiten. Für eine genaue Aussage brauchen Sie den Schiffsnamen beziehungsweise die IMO-Nummer, die ausstellende Gesellschaft, das betreffende Klassenzeichen und den aktuellen Status in deren Schiffsregister oder Unterlagen.

Die IMO-Informationen zu anerkannten Organisationen und die Bestätigung der zuständigen Flaggenverwaltung helfen zusätzlich, den Umfang staatlich übertragener Tätigkeiten einzugrenzen. Das ist besonders wichtig, wenn es nicht um technische Klassifikation, sondern um ein gesetzliches Zertifikat geht.

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