WLAN, Internet und Mobilfunk auf See
„WLAN an Bord“ bedeutet zunächst nur, dass Ihr Gerät drahtlos mit einem Netzwerk auf dem Schiff verbunden ist. Das muss noch keinen Zugang zum öffentlichen Internet enthalten. Zusätzlich können Sie je nach Veranstalter einen Internettarif für das Bordnetz benötigen. Davon getrennt ist Mobilfunk über die SIM-Karte Ihres Anbieters – entweder über ein terrestrisches Netz an Land oder über ein Mobilfunk-Bordnetz, das auf See per Satellit angebunden sein kann.
Schiffs-WLAN ist nicht automatisch Internet
Prüfen Sie, ob das kostenlose Schiff-Netzwerk nur ein Bordportal oder die Schiffs-App öffnet oder ob damit auch normales Surfen möglich ist. Bei Mein Schiff verbindet das kostenlose WLAN laut Veranstalter zunächst mit dem Schiffsnetzwerk und ermöglicht die Nutzung der Reise-App und des Portals; Internettarife werden separat verwaltet. Das ist ein Beispiel für diese Flotte, kein allgemeines Modell aller Reedereien.
Mobilfunknetz an Land oder über das Schiff
In Häfen und entlang von Küsten kann sich Ihr Telefon in ein terrestrisches Mobilfunknetz einwählen. Auf offener See kann es stattdessen ein nicht-terrestrisches Bordnetz erreichen, das Satelliten nutzt. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Roam-like-at-home-Regeln innerhalb der EU gelten, solange das Gerät mit einem terrestrischen Mobilfunknetz verbunden ist. Gespräche oder Daten über ein satellitengestütztes Schiffsnetz fallen nicht automatisch darunter und können erheblich anders berechnet werden.
EU-Roaming gilt nicht pauschal auf See
Die Europäische Kommission bestätigt, dass EU-Roaming nur für terrestrische Mobilfunknetze gilt und satellitengestützte Bordnetze auf Schiffen nicht unter dieselben verbindlichen Preisobergrenzen fallen. Ein Schiff kann innerhalb der EU unterwegs sein, während das Mobiltelefon ein Bordnetz statt eines terrestrischen Netzes nutzt. Prüfen Sie deshalb vor der Reise die Bedingungen Ihres Mobilfunkanbieters sowie die Verbindung, die auf dem Gerät angezeigt wird. Verlassen Sie sich nicht allein auf das Fahrtgebiet oder auf die EU-Flagge des Schiffs.
So behalten Sie die Verbindung im Blick
Lesen Sie die Tarifinformationen der Reederei zu WLAN, Bordportal und Internetpaketen.
Fragen Sie Ihren Mobilfunkanbieter nach Bedingungen für maritime Netze und Satellitenverbindungen.
Prüfen Sie den Netzwerknamen auf dem Telefon und wählen Sie bei Bedarf manuell ein terrestrisches Netz.
Wenn Sie keine mobilen Daten auf See nutzen wollen, schalten Sie Datenroaming aus. Um auch Anrufe und SMS über ein Mobilfunk-Bordnetz zu vermeiden, aktivieren Sie den Flugmodus; WLAN können Sie anschließend bei Bedarf gesondert einschalten.
Die Bundesnetzagentur rät dazu, vor der Nutzung die Netzverbindung zu prüfen oder manuell auszuwählen. Das ist besonders in Küstenregionen, an Flüssen und nahe dem Festland relevant, wenn das Gerät automatisch ein verfügbares Netz auswählt.