Zum Inhalt

Wissensportal · Lexikon und Grundlagen

Windsee und Dünung: zwei Arten von Wellen

Windsee und Dünung sind keine zwei Namen für dieselbe Welle. Sie unterscheiden sich vor allem dadurch, wo sie entstehen und ob der Wind, der sie erzeugt hat, noch am selben Ort wirkt. Auf See können beide Wellensysteme gleichzeitig auftreten.

Windsee: Wellen unter dem örtlichen Wind

Wind überträgt Energie auf die Wasseroberfläche. Wie groß die daraus entstehende Windsee wird, hängt unter anderem von Windstärke, Dauer und der Strecke ab, über die der Wind ununterbrochen in ähnlicher Richtung weht. Diese Strecke heißt Fetch. Solange Wind und Wellen sich entwickeln, wachsen Wellenhöhe, Wellenlänge und Periode; bei stärkerem Seegang können sich Schaumkronen bilden.

Dünung: Wellen aus einem anderen Gebiet

Wellen können sich vom Sturmgebiet lösen und über große Entfernungen weiterlaufen. Diese Dünung ist oft regelmäßiger und langwelliger als die örtliche Windsee. Sie kann deshalb an einem Ort eintreffen, an dem der Wind schwach ist oder aus einer anderen Richtung weht. Ein ruhiger Eindruck an Deck oder auf einer Wetterkarte bedeutet also nicht, dass keine Dünung vorhanden ist.

Für die Einordnung eines Seewetterberichts ist die Kombination wichtig: Wind beschreibt die atmosphärische Anregung, während Wellenhöhe und Periode den Seegang charakterisieren. Eine Angabe zu Wind allein erklärt daher nicht zwingend, welche Wellen am Schiff ankommen.

Zuletzt bearbeitet am Korrektur oder Ergänzung melden