Kreuzfahrthafen
Saint-Nazaire an der Loire-Mündung: Hafen- und Stadtgeschichte
Saint-Nazaire an der Loire-Mündung: Transatlantikverkehr, Werften, historische Hafenanlagen und Escal’Atlantic in der U-Boot-Basis.
Hafenkarte Saint-Nazaire
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Ein Loire-Anlauf in Saint-Nazaire
Saint-Nazaire liegt an der Mündung der Loire zum Atlantik. Eine für die Ausgabe 2027 veröffentlichte Loire-Reise der MS Loire Princesse führt Saint-Nazaire als Anlauf auf; laut Veranstalter kann dieser Anlauf durch Paimboeuf ersetzt werden. Die Loire-Mündung prägt die Stadtgeschichte ebenso wie die Entwicklung des Hafens: Saint-Nazaire wurde im 19. Jahrhundert zum äußeren Hafen von Nantes und entwickelte sich von einem kleinen Markt- und Fischerort zu einem bedeutenden Standort des transatlantischen Verkehrs.
Vom Atlantikverkehr zum Schiffbau
1862 eröffnete eine transatlantische Verbindung nach Veracruz; im selben Jahr nahmen die ersten Werften in Penhoët ihre Arbeit auf. Mit dem Hafen wuchs die Stadt schnell: Um 1900 lebten hier bereits 35.000 Menschen. Passagiere und Waren passierten Saint-Nazaire auf dem Weg in die Karibik und nach Mittelamerika. Die Hafenanlagen wurden für größere Schiffe erweitert. Das südliche Schleusentor wurde 1907 eingeweiht, die große Louis-Joubert-Schleuse 1932 erstmals genutzt.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung. Das Hauptquartier der Transatlantiklinie verschwand unter dem Bau der deutschen U-Boot-Basis; alliierte Bombardierungen zerstörten große Teile der Stadt. Nach dem Krieg wurde Saint-Nazaire neu aufgebaut. Eine Fußgängerrampe führt auf das Dach der U-Boot-Basis und eröffnet den Blick über den Hafen und das Ästuar.
Die U-Boot-Basis als Kulturort
Die erhaltene U-Boot-Basis ist heute ein Kulturort. In ihrem Inneren befindet sich Escal’Atlantic, eine Ausstellung zur Geschichte der großen Atlantikliner. Die begehbare Inszenierung greift Decks, Kabinen, Gänge und technische Bereiche eines Passagierschiffs auf. Rund 200 Originalobjekte gehören zur Sammlung; darunter befinden sich ein Leuchter aus der France von 1962 und Silberbesteck der Normandie von 1935. So führt der Besuch von der Stadt- und Hafengeschichte zu den Menschen und Gegenständen des transatlantischen Reisens. Der Vieux Môle, der älteste Teil des Hafens aus dem Jahr 1838, bildet einen weiteren historischen Bezugspunkt an der Wasserkante.
Weitere Hafenstädte an der französischen Atlantik- und Ärmelkanalküste sind Le Havre und Saint-Malo; Bordeaux liegt als Flusshafen an der Garonne.