Kreuzfahrtschiffe
Schiffe dieser Reederei.
Kreuzfahrt-Reederei
Bremen (DE)
Society Expeditions organisierte Abenteuer- und Expeditionsreisen. Nach der Beschlagnahme ihres einzigen Schiffs World Discoverer meldete das Unternehmen 2004 Insolvenz an.

Society Expeditions war ein in Seattle ansässiger US-Reiseveranstalter für Abenteuer- und Expeditionsreisen. Das Unternehmen wurde in den 1970er-Jahren gegründet und war für Fahrten zu abgelegenen Zielen bekannt, darunter Antarktis, Süd-Pazifik und russischer Ferner Osten. Die Kreuzfahrtgeschichte der Firma war vor allem mit dem Expeditionsschiff „World Discoverer“ verbunden. Ein Berufungsurteil von 1997 beschrieb Society Expeditions als Vermarkter und Charterer des Schiffs; den Betrieb an Bord führte die deutsche Discoverer Reederei GmbH.
Die Entwicklung verlief nicht ohne Brüche: 1992 ging Society Expeditions in eine Chapter-11-Reorganisation und gab zwei Schiffe ab. Die „World Discoverer“ wurde an Clipper Adventure Cruises verleast, die „Society Explorer“ an Abercrombie & Kent verkauft. In den folgenden Jahren baute das Unternehmen sein Angebot erneut auf und setzte die „World Discoverer“ wieder für Expeditionsreisen ein.
Zum 25-jährigen Bestehen 1999 beschrieb die Fachpresse Society Expeditions als Pionier der Expeditionskreuzfahrt. Damals setzte die Firma die 138-Passagiere fassende „World Discoverer“ unter anderem in der Antarktis, im Süd-Pazifik und in Arktis-Alaska ein. Die Routen waren auf weit entfernte Regionen ausgerichtet; eine berichtete zweiwöchige Alaska-Reise war ein Beispiel für diese längeren Expeditionsprogramme. 1999 kündigte der damalige Präsident an, zusätzlich zwei 160-Passagiere-Schiffe für Expeditionen zu planen. Die Vorhaben standen im Zeichen einer geplanten Flottenerweiterung und zusätzlicher ganzjähriger Fahrtgebiete; sie waren zu diesem Zeitpunkt Zukunftspläne. Das Unternehmen wollte die Auslastung des Schiffs über Reiseveranstalter und Gruppenbuchungen sichern; viele Gäste reisten im Rahmen von Tour-Operator- oder Nonprofit-Gruppen.
Die „World Discoverer“ war nicht durchgehend dasselbe Schiff: Das ursprüngliche Schiff wurde 2000 zum Totalverlust. Society Expeditions nutzte anschließend ein Ersatzschiff gleichen Namens. 2003 kaufte die Muttergesellschaft Society Expeditions International dieses Schiff für rund 35 Millionen US-Dollar; zuvor hatte der Veranstalter es gechartert.
Im Juni 2004 nahmen die Hypothekengläubiger die „World Discoverer“ in Besitz. Eine 19-tägige Reise ab Nome, Alaska, konnte am 18. Juni nicht wie geplant beginnen; mehr als 100 gebuchte Passagiere mussten umkehren. In einer Mitteilung begründete die Gesellschaft die finanziellen Engpässe mit unter dem Budget liegenden Buchungszahlen für Sommer und Herbst, obwohl die Buchungen für Antarktis- und 2005-Reisen laut derselben Mitteilung zunahmen. Am 29. Juni beantragte Society Expeditions ein Liquidationsverfahren nach Chapter 7; der Betrieb endete 2004.
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