Fähren und Kurzkreuzfahrten
Klimaschutz bei Kreuzfahrten?
05.10.2010
Foto: Fjord Line Pressefoto
Auch die Reeder von Kreuzfahrtschiffen müssen sich in Zukunft vermehrt Gedanken darüber machen, wie sie schweren Luxusliner umweltfreundlicher in Bewegung setzen können. Ein Megakreuzfahrtschiff stößt täglich umgerechnet soviel Ruß und Schwefelteile aus wie 12.000 PKW. Ein Wert, den es für die Zukunft deutlich zu verbessern gilt. Schon jetzt ist entschieden, dass der Schiffstreibstoff, zumeist schwerer Diesel, ab 2015 wesentlich weniger Schwefelstoffe enthalten muss, was zu einer deutlichen Preissteigerung führen wird. Neue Wege gehen schon jetzt die Norweger – dort fahren Fähren, die mit verflüssigtem Erdgas (LNG) angetrieben werden. Für Fjord-Fähren gelten schon strenge Regeln: Nur wer sein Schiff mit Erdgas betreibt, darf am Fährbetrieb teilnehmen.
Die norwegische Reederei Fjord Line möchte bald auch Erdgas im Kreuzfahrt-Bereich einsetzen. Sie will bis 2012 zwei neue Kreuzfahrtschiffe bauen und nimmt im Zusammenhang damit an einem EU-Projekt zur Nutzung von Flüssiggas als Schiffstreibstoff teil. Im Rahmen des Projektes soll überprüft werden, ob die neuen Schiffe mit der neuen Motorentechnik ausgestattet werden können. So könne der Schadstoffausstoß deutlich gesenkt werden, erklärte Ingvald Fardal, der geschäftsführende Direktor bei Fjord Line.
Damit sich verflüssigtes Erdgas in der Kreuzfahrt durchsetzen kann, wäre es wichtig, eine entsprechende Infrastruktur in den Häfen zu erstellen. Die Kosten dafür könnten weltweit allerdings in die Milliarden gehen. Der schwedische Hafen in Göteborg plant derzeit einen LNG-Terminal, der vielleicht schon 2013 in Betrieb genommen werden kann. Die Kosten dafür belaufen sich auf gut 50 Millionen Euro. In Deutschland entwirft zumindest schon die Meyer-Werft in Papenburg den Bau von Passagierfähren mit Gasantrieb.